Seppolog Auszeichnung und Keramikphilosophen

Dieser Beitrag ist der Beantwortung der 28 essentiellen Fragen gewidmet die sich mir seit der Nominierung für den Seppolog-Auszeichnung stellen. Warum ich mitmache? Weil es die Gelegenheit ist meine Sammlung an Toilettengraffiti zu publizieren, dem letzten Ort an dem noch analog philosophiert wird.

Was haben Seppo und Du gemeinsam?

„Wo zwei einer Meinung sind, kann mindestens einer von beiden kein Philosoph sein.

Wieso hättest Du die SBA nicht verdient?

„Stell alles in Frage!“ Darunter die Antwort: „Warum?“

Eine Woche lang keine (soziale) Technik: kein Handy, kein Facebook, kein Blog – nichts. Was würde das mit Dir machen?

„Denken ist wie googeln,… nur noch viel krasser“

Was inspiriert Dich für Deine Themen?

„Schreiben ist leicht. Man muss nur die falschen Wörter weglassen.“

Wer hat Dir das Hirn so manipuliert, dass Du bei so einem Wettbewerb teilnimmst?

„Der Grund war nicht die Ursache, sondern der Auslöser.“ (F Beckenbauer)

Wer sollte Deinen Blog besser nicht lesen?

„Was wohl Katzen hören, wenn Caruso singt?“ 

Auf einer Skala von eins bis zehn: Was isst Du am liebsten?

„Auf diese Frage kennt keine Kachel der Welt eine Antwort“

Welchen Titel hatte Dein erster Blog-Eintrag, welchen wird Dein letzter haben?

Der Erste:

„Bitte keine brennenden Zigaretten ins Becken werfen, denken Sie an den großen Brand von San Francisco.“

 Darunter der letzte:

„Bitte nicht auf den Boden spucken, denken Sie an die große Flutkatastrophe von Hamburg.“

 Was frühstückst Du?

„Wenn ich morgens aufstehe,
hole ich erst die Zeitung und studiere
die Todesanzeigen.
Wenn ich mich darin nicht finde,
mache ich Frühstück!“

Katze oder Hund?

„Bernhardiner ist das letzte, was ich sein möchte. Dauernd die Flasche am Hals, und niemals trinken dürfen!“

Hast Du sonst niemanden, dem Du das alles erzählen könntest?

„Kindern erzählt man Geschichten zum Einschlafen, Erwachsenen damit sie aufwachen“

Wer liest Dich überhaupt?

„Wenn ein Autor behauptet, sein Leserkreis habe sich verdoppelt, liegt der Verdacht nahe, dass der Mann geheiratet hat.“

Was müsste geschehen, dass Du mit dem Bloggen aufhörst?

„Wenn der Himmel einstürzt, sind alle Spatzen tot“ 

Welche Eigenschaft an einem Menschen schätzt Du am meisten?

„Freundschaft ist, wenn dich einer für Deinen Schwimmstil lobt, nachdem du beim Segeln gekentert bist.“

Was ist Deine beste Eigenschaft?

„Mit dem Wissen von heute,
hätte ich gestern andere Fehler gemacht.“

Was ist Dein größter Fehler?

„Ich bin nicht feige; ich bin nur stärker als der Held in mir.“

Wie, denkst Du, sehen Dich die anderen Menschen?

„Freunde sind Menschen, die dich mögen obwohl sie dich kennen“

Was würdest Du niemals in einem Blog posten?

„Haikus sind einfach

Manchmal ohne Sinn

Kühlschranktür“

 

Glaubst Du neben Seppos Blog noch an andere Wunder?

“Fighting for peace, is like fucking for virginity.”

 

Wenn Du einen Gegenstand in eine Zeitkapsel tun könntest, welche erst in 100 Jahren geöffnet werden würde, welcher Gegenstand wäre das?

„Zukunftssorgen sind Mäuse, die heute den Käse von morgen fressen.“

 

Was bedeutet Schreiben für Dich, was macht es mit Dir?

„Wenn dir etwas gefällt, analysiere es nicht, sondern tanze dazu“.

 

Wie kriegst Du Seppo ins Bett?

„Was nützt das Parfüm von Boss wenn du doch so aussiehst wie Hugo.“

 

Was macht Mannsein für dich aus, was Frausein?

„Männer, die behaupten, sie seien die Herren im Haus, lügen auch bei anderen Gelegenheiten.“

 

Was bedeutet das Konzept der ewigen Liebe für Dich? Ist es möglich? Wünschenswert?

„Wer braucht schon Liebe wenn man Dinge mit Käse überbacken kann“

Warum sind 28 Fragen zu viel?

„In Wahrheit wird viel mehr gelogen“

Blogger seien Selbstdarsteller, heißt es oft. Warum stimmt das – und ist das schlimm?

„Der Baum hat Äste, das ist das Beste, denn wär‘ er kahl, dann wär’s ein Pfahl.“

Warum machst Du bei dieser Nummer mit?

„Dem Leben ist ein Ponyhof“

Wie löst Du zwischenmenschliche Konflikte? Offensiv, defensiv oder gar nicht?

„Wer A sagt der muss auch einen Kreis drum machen“

 

Quellennachweis: (Herren)-Toiletten in den Kneipen dieses Landes

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„Jetzt ist der Löhr auch weg“

Alles was geschrieben werden kann, ist bereits geschrieben. Nur eben nicht von jedem. Das gilt natürlich auch für die Freuden und Leiden der Anhänger des 1.FC Köln, nur meine Zeugnisse fehlen bislang. Wahrscheinlich ist das Thema einfach zu groß um es in eine kleine Geschichte zu packen.

Fangen wir mit den Fakten an: Was unterscheidet den FC von anderen Vereinen? Keine Mannschaft konnte häufiger einen Meistertitel der Bundesliga feiern als die Kölner. Dabei ist der kleine Unterschied zwischen „feiern“ und „gewinnen“ natürlich bedeutsam. Nur hier in Köln genügen zwei gewonnene Spiele und wir sind quasi Meister. Das kleine Wörtchen „quasi“ schafft diese besondere Verbindung zwischen Raum, Zeit und Realität, die im Rheinland zuhause ist. Die Meisterfeier nach dem zweiten Spieltag der Saison wird somit unvermeidlich. Das ist auch gut so, denn dieses Fest kann uns niemand mehr nehmen.

Die nächste Besonderheit sind die Spieler des FC. Icke Häßler, Lukas Podolski, Bodo Illgner, Toni Woodcock, Wolfgang Overath, Cullmann, Flohe, Allofs und Hannes Löhr,… die Liste könnte endlose fortgesetzt werden: jeder Spieler der die Geißböcke auf der Suche nach vermeintlich höheren Weihen verlies, ist entweder reumütig zurückgekehrt oder gleich auf das Altenteil gezogen. Gehalt hin und internationale Auftritte her, wer bereits ganz oben ist, kann danach nur noch absteigen.

Fußball spielen? Ja, auch das kommt vor beim FC; manchmal! In seltenen Fällen auch schöner Fußball, aber wenn ich ehrlich bin: Davon wird keiner zum Fan. Eher schon durch die halbe Stunde im Stadion bevor das Spiel beginnt. Noch selten wurde ein Gegner bereits vor dem Anpfiff geschlagen, aber die Stimmung im Kölner Stadion vor dem Spiel ist einfach unschlagbar. Singen können wir besser als alle anderen. Das bringt ungefähr so viel, wie der Titel „bester Schwergewichtsboxer im Yogakurs“, nämlich gar nichts. Aber es macht Spaß.

Schließlich ist es wie immer im Fußball: Für das Leben zählt eben nicht was auf dem Platz geschieht, sondern die Weisheit die sich im Umfeld entfaltet. Glück, Stabilität und Zufriedenheit verströmt er dieser Verein und die Stadt ist voller Philosophen die das verstehen.

So wie der unbekannte Platznachbar im Stadion mich jüngst mit den Worten begrüßte: „Jetzt ist der Löhr auch weg!“ Eine komplette Trauerrede in sechs Worten und einem Ausrufezeichen, gefüllt mit Liebe für das Leben und Respekt vor seinem Ende. Mehr Philosophie geht nicht. Oder der Chef vom Büdchen um die Ecke, den ich gerne frage wie es ihm denn geht. Seine Antwort ist ebenso beständig wie politisch unkorrekt: „Hauptsache die Frau hat Arbeit und der FC steigt nicht ab“.

Der FC ist also kein Verein, sondern eine Philosophie. Nur eines steht darin fest: Die nächste Meisterschaft für den FC kommt bestimmt, oder doch vielleicht. Auf jeden Fall aber werden wir einen Grund finden um sie zu feiern. Quasi!