Minimalgepäck

(Dieser Artikel ist ein Beitrag zur Blogparade Mit leichtem Gepäck, in dem es zum Glück auch andere Meinungen zu dem gleichen Thema gibt)

Ganz allmählich beginnt er, sich im Alltag bemerkbar zu machen, der Plan des Sabbatjahres. Mein alter Rucksack hat  nach langen treuen Jahren ausgedient und es muss ein neuer her. Im Outdoorladen bleibt nach langem Anprobieren die Wahl zwischen zwei Varianten, beide passen ziemlich perfekt, sehen passabel aus und auch der Preisunterschied ist eher marginal. Der einzige Unterschied liegt in der Größe, der eine bietet einfach noch etwas mehr Platz, verbunden mit dem Risiko, dass dieser Platz dann auch genutzt wird.
Vor meinem geistigen Auge erscheint die Kette an Weltreisenden denen ich bislang begegnet bin. Eines hat sie alle vereint: sie hatten mehr Gepäck als eine Person sinnvoll alleine bewegen kann. Ich sehe sie mit einem Rucksack auf dem Rücken und einem weiteren vor der Brust in Richtung Bus stapfen, zwei Tragebeutel in der Hand stellen sicher, dass auch wirklich kein Raum verbleibt um die Umgebung anzuschauen.

Irgendwo in dem Winkel meines Gehirnes, der für politisch inkorrekte Gedanken zuständig ist, kommt dann immer der Wunsch auf, diesen Lasteseln einem klitzekleinen Schubser zu verpassen. Gerade genug um sie umzuwerfen und mir dann gemütlich anzuschauen wie sie – gleich einem Käfer auf dem Rücken –  hektisch versuchen wieder aufzustehen und es einfach nicht schaffen.

Also schließe ich einen Handel mit mir selbst, der größere Rucksack wird gekauft, aber – das zweite Gebot des Rucksackreisenden – es soll keine anderen Gepäckstücke geben neben ihm. Was nicht reinpasst, oder was nicht rein soll, muss als Almosen verteilt oder den DHL Göttern geopfert werden.

Gut gelaunt verlasse ich das Geschäft, die Vorstellung meinen irdischen Besitz auf maximal 15 Kilo – plus eine funktionierende Kreditkarte – zu reduzieren, fühlt sich gut an. So entspannt bin ich, dass ich sogar die Werbung für Trekkingunterwäsche wahrnehme: „12 Länder, 17 Wochen und zwei Paar Unterwäsche!“. Weshalb denn zwei?

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4 Gedanken zu „Minimalgepäck

  1. Wow! Zum einen, weil du dem Impuls, die Käfer umzustoßen, nicht nachgibt 😉 und zum anderen bewundere ich alle, die sich trauen, eine Weltreise mit nur 15 Kg Gepäck anzugehen.
    Liebe Grüße
    Maria

  2. Pingback: 5 Dinge, auf die ich selbst bei einem Kurztrip nicht verzichten mag - faszinationeuropa.de

  3. Pingback: „Mit leichtem Gepäck“ – die Zusammenfassung unserer Blogparade – Magazin7

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