Öko-Multi-Kulti

Tatort Kantine, heute gibt es Frikandel mit Fritten. Vor mir in der Schlange ein Kollege, der augenscheinlich türkischer Abstammung ist. Der Türke fragt den Koch hinter dem Tresen: „Was für ein Fleisch ist denn das?“, während er auf die Frikandeln zeigt. Der Koch schaut zwischen den Frikandeln und dem türkischen Kunden hin und her, kratzt sich kurz hinterm Ohr und sagt dann, im Tonfall frischgewonnener Erkenntniss, ohne jedoch überflüssig Worte zu verschwenden: „Holländisches!“.

Ja, Köln ist multikulturell und stolz darauf, aber zuweilen eben doch eher Einbahnstrassen Multi-Kulti. Die Sorte, bei der ich mich weltgewandt auf dem Strassenfest vom Sirtaki zu den Spaghetti bewege, beim Diavortrag über den Himmalaya den Tee mit echten Sherpas teile oder am Sonntagmorgen den eleganten Schwarzafrikanern beim Fussballspielen – oder besser gesagt beim Fussballtanzen – zuschaue.

Aber, wie ist das mit der anderen Richtung. Wann habe ich das letzte Mal für meine jüdischen Freunde koscher gekocht, oder ein Theaterstück besucht in dem die Schauspieler türkisch reden. Ich gebe zu, die andere Richtung, dass Geben, erfordert ein klein wenig Umdenken; es ist etwas mehr als einfach nur unsere existierenden Sitten zu erweitern.

Kein Rasenmähen am heiligen Sonntag etwa, konsequent dann auch nicht am Sabbat wegen der Juden. Besser auch auf die Muslime Rücksicht nehmen und den Freitag auslassen. Blumenwiese statt Wembleyrasen, plötzlich ist Multi-Kulti dann auch noch Öko.

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2 Gedanken zu „Öko-Multi-Kulti

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