Kindliche Demokratie

Gewählter Landrat möchte von seinem Amt zurücktreten und wieder als Landwirt arbeiten“, so lautet die heutige Schlagzeile in der Bhutan Times. Einfach zu anstrengend sei das Leben als Politiker und leben könne man als Landwirt besser.

Die engagierte Diskussion der Leser kreist um die Frage, ob er denn überhaupt zurücktreten darf. Schliesslich liegt ja kein gesundheitliches oder spirituelles Problem vor, und der finanzielle und organisatorische Aufwand ihn zu wählen war beträchtlich. Obendrein sei er ja nun mal gewählt worden und geniesse das Vertrauen der Wähler nach wie vor. Ob er denn, falls der Rücktritt erlaubt sei, die Kosten für die Neuwahl tragen sollte?

Sehr interessant, und aus unserer Sicht sicher ungewöhnlich, ist auch der Vorschlag den Landrat durch Zurückhaltung zu entlasten. Jeder möge doch vor dem Besuch des Amtes überlegen ob denn sein Anliegen wirklich unabdinglich ist; oder vielleicht doch zugunsten des landrätlichen Wohlergehens ein wenig zurückgestellt werden kann.

Die gestandenen Vertreter unserer Parteien sehen hier sicher die Problematik einer Demokratie im Kindergartenalter. Aber vielleicht lohnt es sich ja auch darüber nachzudenken ob wir, die ach so erwachsene Demokraten viel zu wenig ungeschminkte Wahrheit hören. Wahrheiten von der Sorte, wie sie nur ein Kindermund kundtun kann.

07.09.12

ps.: Bhutan hat im Jahr 2008 zum ersten Mal in der Geschichte des Landes Parlamentswahlen abgehalten, 2011 wurden dann die ersten Distriktwahlen durchgeführt.  

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